






Die 1893 gegründeten Denkmäler der Tonkunst in Österreich sind heute das älteste noch bestehende Unternehmen im Sinne des Monumenta-Gedankens. Sie haben zum Ziel, repräsentative Werke der Musikgeschichte Österreichs in wissenschaftlich einwandfreien Ausgaben zu veröffentlichen.
Neueste Veröffentlichungen
Denkmäler der Tonkunst in Österreich – Band 165
Marianna Martines: Concerti per il Cembalo
Hsg Melanie Unseld
Die Komponistin Marianna Martines (1744–1812) wuchs in Wien auf und erhielt im Umfeld des Dichters und Librettisten Pietro Metastasio eine profunde musikalische Ausbildung. Zu ihren Lehrern gehörten Giuseppe Bonno und Joseph Haydn. Im Jahr 1773 wurde sie als erste Frau in die Accademia Filarmonica di Bologna aufgenommen. Neben geistlichen Werken komponierte sie vor allem Vokalmusik und Werke für Tasteninstrumente, die sie als hochgeschätzte Sängerin und Cembalistin auch selbst in ihrem Salon zur Aufführung brachte. Einer Werkliste in der handschriftlichen Biographiensammlung im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde Wien zufolge komponierte Martines 12 Cembalo-Konzerte, von denen jedoch nur vier überliefert sind. Sie werden in diesem Band erstmals gemeinsam – das Concerto in E sogar überhaupt zum ersten Mal – in einer kritischen Edition vorgelegt.
Die Aufführungsmaterialien zu den Konzerten können bei der Leitung der Publikationen der DTÖ (birgit.lodes@univie.ac.at) angefragt werden.
Denkmäler der Tonkunst in Österreich – Band 163.5
Ludwig Senfl: Magnificat-Vertonungen, Messordinarien
Hsg Stefan Gasch
Nach Abschluss der Publikation sämtlicher Motetten Ludwig Senfls enthält der hier vorgelegte Band die erste kritische Neuausgabe von Senfls Magnificat-Zyklus seit 1903 sowie aller mehrstimmigen Messordinarien seit 1937. Damit einher geht eine grundsätzliche Neubewertung dieser Werke, die zeigt, dass Senfls acht Magnificat-Kompositionen bereits um 1523 komponiert wurden (und nicht erst zum Zeitpunkt der Drucklegung 1537) und sich höchstwahrscheinlich aufgrund der katalysatorischen Rolle von Martin Luthers Magnificat-Auslegung vor allem in Gebieten der Reformation großer Beliebtheit erfreuten. Senfls mehrstimmige Messordinarien wiederum – darunter die Edition einer bislang unbekannten, Senfl zugeschriebenen Messe in einer heute in Dresden verwahrten Handschrift – offenbaren die ganze Bandbreite des Komponisten im Umgang mit Aufführungsgepflogenheiten und cantus firmus-Techniken.
Studien zur Musikwissenschaft – Beihefte der Denkmäler der Tonkunst in Österreich. Band 62
Musical Practice in the Long Nineteenth Century: Unknown Ego-Documents from Central Europe
Hsg Lili Békéssy, Gesa Finke, Martin Eybl
Wie keine andere Quellengattung eröffnen Ego-Dokumente Einblicke in die musikalische Alltagsgeschichte und in die Gedankenwelt von Personen, die mit Musik umgehen, in ihre Wahrnehmungen, ihre Intentionen und ihre Erinnerung. Es sind Zeugnisse der Selbstwahrnehmung und der Selbstdarstellung, sei es im privaten Bereich der Korrespondenz und des Tagebuchs, sei es auch in der gedruckten Form von autobiographischen Schriften. Band 62 der Studien zur Musikwissenschaft bietet Informationen über biographische Dokumente mit Musikbezug, die aus der Zeitspanne zwischen der Französischen Revolution und dem Ersten Weltkrieg stammen und in Forschungen der letzten Jahre entdeckt oder wiederentdeckt wurden.
