Denkmäler der Tonkunst in Österreich
Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich

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Heinrich Ignaz Franz Biber, Mensa Sonora seu musica instrumentalis, sonatis aliquot liberius sonantibus ad mensam (1680)

Denkmäler der Tonkunst in Öterreich, Band 96
Herausgegeben von Erich Schenk
Zweite, leicht veränderte Auflage

Der Komponist und Geigenvirtuose Heinrich Ignaz Franz Biber wurde 1644 in Wartenberg (Böhmen) geboren. Er stand seit 1666 oder 1668 im Dienste des Olmützer Fürstbischofs Karl Liechtenstein-Kastelkorn und begab sich 1671 an den Hof des Salzburger Erzbischofs Maximilian Gandolph von Kuenburg, wo er 1678 zum Vizekapellmeister, 1784 zum Kapellmeister ernannt wurde. 1690 erhob Kaiser Leopold I. den Komponisten in den erblichen Reichsadelsstand. Biber starb 1704 in Salzburg.

Mensa sonora wurde 1680 bei Johann Baptist Mayr in Salzburg gedruckt. Der Band war Bibers Dienstherren, dem Salzburger Erzbischof, gewidmet. Er beinhaltet sechs Partiten oder Kammersonaten für die Besetzung Violine, zwei Bratschen und Basso Continuo. In jeder „Pars“, wie die originale Bezeichnung der Werke lautet, werden vier bis fünf Tanzsätze meist von Einleitungs- (Sonata, Intrada) und Schlusssätzen (Sonatina, Retirada) umrahmt. Die eindeutige Bestimmung des Bandes als Tafelmusik („Mensa sonora“ / „Die Klingende Taffel“) hat in vergleichbaren Sammlungen und Repertoires von Ensemble-Suiten wie Johann Heinrich Schmelzers Ballettsuiten, Georg Muffats Armonico tributo (Salzburg 1682) oder Archangelo Corellis Sonate da camera op. 2 (Rom 1685) und op. 4 (Rom 1694) keine Entsprechung. Einzig die 1682 ebenfalls in Salzburg gedruckte Mensa harmonica von Andreas Christoph Clamer bildet ein örtlich und zeitlich auffällig nahe liegendes Gegenstück.

Der Band gehört innerhalb der Editionsreihe in einen Schwerpunkt zur instrumentalen Ensemblemusik des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts. Zu diesem Schwerpunkt zählen Werke von J. H. Schmelzer (DTÖ 56, 105, 111/112), A. C. Clamer (DTÖ 129), H. I. F. Biber (DTÖ 92, 97, 106/107, 127, 151), Ge. Muffat (DTÖ 2, 4, 23, 89) und J. J. Fux (DTÖ 47).

letzte Änderung: 26.01.2008     •     Text: Martin Eybl     •     Webeinrichtung: Konrad Antonicek